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Schwarzwald-Baar-Heuberg

Familienunternehmen in dritter Generation

IHK Schwarzwald-Baar-Heuberg

10. Februar 2020
Familienunternehmen in dritter Generation. Foto:©IHK

Villingen-Schwenningen: Die Sauter Drehteile Bärenthal GmbH & Co. KG beliefert ihre Kunden aus einer besonders idyllischen Umgebung: Die kleinste selbstständige Gemeinde Baden-Württembergs sei ein hervorragender Standort, bestätigte Geschäftsführer Rolf Sauter während eines Arbeitstreffens mit Thomas Albiez, Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer (IHK) Schwarzwald-Baar-Heuberg. Allerdings erfordere die bröckelnde Infrastruktur im Ort schnelle und konkrete Maßnahmen.
Das Familienunternehmen blickt auf eine mehr als 60-jährige Geschichte zurück, in der stabile Kundenbeziehungen in zahlreichen Branchen aufgebaut wurden. „Unsere Schwerpunkte liegen im Maschinebau und in der Medizintechnik, wir fokussieren uns auf Losgrößen zwischen 10.000 und 100.000 Teilen“, erläuterte Rolf Sauter. Da der Automotive-Bereich eine lediglich untergeordnete Rolle spielt, gelang es Sauter Bärenthal, die sehr guten Umsätze von 2018 im vergangenen Jahr zu halten. „Derzeit navigieren wir auf Sicht“, informierte der Geschäftsführer und dass die zahlreichen Unsicherheiten von Brexit bis Zollstreitigkeiten natürlich in alle Wirtschaftsbereiche ausstrahle.

Insgesamt blicke man aber positiv in die Zukunft – auch wegen des guten Standortes: „Viele Entscheider mögen die wunderbare Natur in der Umgebung, sie kommen am Wochenende zur Erholung mit der Familie zum Fahrradfahren und behalten so stets den Bezug zu unserem Unternehmen“, verdeutlicht Geschäftsführerin Susanne Schaefer.

Der vielzitierte Fachkräftemangel ist bei Sauter Bärenthal kein Thema, da man als attraktiver Arbeitgeber Beschäftigte auch aus dem Nachbarkreis anspricht – und mit ausgezeichneter Ausbildung selber vorsorgt. „Mit Ihrem Ausbildungszentrum setzen Sie Maßstäbe“, dankte Thomas Albiez der Familie für das Engagement. Derzeit werden 15 Auszubildende auf das Berufsleben vorbereitet – in das sie bei Interesse bei Sauter mit einem unbefristeten Arbeitsvertrag starten können.

Besonders froh zeigte sich Albiez, dass die Frage der Nachfolge bereits geklärt ist. Mit Alexandra und Sebastian Sauter arbeitet die dritte Generation bereits im Unternehmen mit und wird auf die Führungsaufgabe vorbereitet. Diese Kontinuität sei ein großer Vorteil, da sich das Unternehmen so ganz auf das Geschäft konzentrieren kann und Kunden und Mitarbeiter eine klare Perspektive besitzen. Insgesamt sei Sauter Bärenthal ein „Prototyp des innovativen Mittelständlers, der als heimatverbundenes Familienunternehmen auch seiner sozialen Rolle in der Gesellschaft hervorragend gerecht wird“, lobte Albiez.

Doch gerade das soziale Miteinander im Ort erfordere konkrete Maßnahmen der Politik, betonte Bürgermeister Tobias Keller. Dank Eigeninitiative sei es geglückt, schnelles Internet in Bärenthal anzubieten, so Keller, doch die Mobilfunkversorgung sei extrem lückenhaft. Man fordere ja noch nicht einmal 5G-Standard, „wir wollen überhaupt erst einmal 4G installiert wissen“.

Auch die ärztliche Versorgung im Ort sei nicht mehr gegeben, die Gaststätte seit einem Jahr geschlossen, „aktuell kämpfen wir für den Erhalt des Ladens im Rathaus“. Thomas Albiez sagte zu, gemeinsam mit dem Tourismus- als auch dem Handelsausschuss der IHK Gespräche zu begleiten und Hilfe zu organisieren. Rolf und Alexandra Sauter engagieren sich im Gemeinderat und unterstützen Keller nach Kräften, „aber wir benötigen natürlich Mitstreiter für unsere Anliegen von außerhalb“, so Keller.

Der IHK-Hauptgeschäftsführer bekräftigte, dass zu einem attraktiven Standort eine attraktive Nahversorgung, ansprechende Gastronomie und leistungsstarke Infrastruktur gehören: „Wir als IHK unterstützen Sie nach Kräften, es ist dies aber auch eine Aufgabe der Landespolitik, die die Gleichwertigkeit der Lebensverhältnisse im Land ja als Ziel propagiert.“

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