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Bodensee-Oberschwaben

Präsident und Hauptgeschäftsführer der IHK wenden sich an Mitgliedsunternehmen

IHK Bodensee-Oberschwaben

23. März 2020
Martin Buck, IHK-Präsident (links) und Professor Dr. Peter Jany, IHK-Hauptgeschäftsführer. Foto:© IHK/Lorenz Bee

Weingarten: Die Welt steht Kopf. Ein Virus legt nicht nur unseren Lebensalltag, sondern auch unsere Wirtschaft weitgehend lahm und stellt jeden von Ihnen vor riesige, bisher nicht da gewesene Herausforderungen. Immer neue Krisenmeldungen überschlagen sich, eine allgemeine Ausgangssperre wird immer wahrscheinlicher. Das Ziel all dieser Regelungen: die sich ausbreitende Pandemie irgendwie in den Griff zu bekommen.
Die wirtschaftlichen Auswirkungen sind zwar bei weitem noch nicht abzusehen, aber die Gefahr, dass wir auf eine weltweite Wirtschaftskrise zusteuern, wächst sichtlich. Der zu erwartende internationale ökonomische Einbruch wird uns nach allen Prognosen in eine schwere Rezession stürzen.

Auch die Region Bodensee-Oberschwaben wird wirtschaftlich gesehen nach dieser Krise wohl eine andere sein. Über 30.000 der IHK-Mitgliedsunternehmen aus Industrie, Handel und Dienstleistung haben weniger als 50 Beschäftigte und zählen damit zu den kleinen und mittelständischen Betrieben, die besonders stark unter der Krise zu leiden haben. So spüren die 4.500 stationären Einzelhandelsunternehmen sowie 2.000 Gastronomie-, Freizeit,- und Beherbergungsunternehmen der Region die aktuellen Verordnungen der Landesregierung ganz unmittelbar.

Uns erreichen täglich hunderte Anrufe und E-Mails aus den Unternehmen. Berichtet wird über die eigene konkrete Betroffenheit, die Probleme und Hürden bei der Frage, welche Möglichkeiten der Sicherung des weiteren Geschäftsbetriebs bestehen. Viele, gerade der kleinen Unternehmen – egal, ob Start-up, Existenzgründer, Einzelunternehmer oder traditionsreicher Familienbetrieb, sehen sich in ihrer Existenz bedroht.

Von größter Wichtigkeit für die kommenden Wochen ist, dass Unternehmen mit Liquidität versorgt werden. Nur so kann verhindert werden, dass viele vom Markt verschwinden. Die Bundesregierung hat mit ihren Beschlüssen zu Kurzarbeitergeld, Steuerstundung und Ausfallgarantien für die Geschäftsbanken richtige Signale gesetzt. Und mit dem von Bund und Land geplanten Härtefall-Fonds wird auch für die Gruppe der Klein- und Kleinstunternehmen ein Instrument geschaffen, das kurzfristig Nothilfe leisten kann.

Das Schutzschild-Paket der Bundesregierung muss die von der Coronakrise hart getroffenen Unternehmen entlasten. Dabei wird es entscheidend sein, ob die damit verbundenen Hürden gerade für den Mittelstand nicht zu hoch gesetzt sind. Was wir brauchen, sind jetzt schnelle unbürokratische Hilfen jeder Art. Egal, ob Soforthilfen wie Steuerstundungen oder staatliche Kreditgarantien oder die dringend benötigten finanziellen Zuschüsse – es muss schnell und einfach gehen. Die Nerven vieler Unternehmer liegen blank und das Letzte, was sie jetzt gebrauchen können, sind komplizierte und langwierige Antragsverfahren mit aufwändigen Nachweispflichten.

Seien Sie versichert, dass wir als IHK-Organisation in den vergangenen Wochen massiv auf allen politischen Ebenen dafür gekämpft haben, dass die Politik ihre Entscheidungen unter dieser Maßgabe trifft und gegebenenfalls auch schnell nachbessert, wenn einzelne Verordnungen und Entscheidungen unklar waren. Und wir bieten uns als Selbstverwaltungsorgan der Wirtschaft auch gegenüber der Politik an, bei diesen Verfahren dort konkret zu unterstützen, wo wir gebraucht werden. Wir setzen jetzt auf eine möglichst direkte Verteilung der Zuschüsse an die Unternehmen.

Neben der telefonischen Beratungsleistung bietet Ihnen die IHK Bodensee-Oberschwaben derzeit alle wichtigen Informationen und Hilfestellungen auf unserer Homepage www.weingarten.ihk.de an. Die Meldungen werden laufend auf dem aktuellsten Stand gehalten, wir stellen Musterformulare bereit und bieten die wichtigsten Anlaufstellen auf einen Blick.

Liebe Unternehmerinnen und Unternehmer, wir befinden uns in einem beispiellosen, weltweiten Ausnahmezustand. Trotz und gerade wegen dieser Situation sind wir der gemeinsamen Überzeugung, dass die Unternehmen viel für die Krisenbewältigung und den langfristigen Erfolg bewirken können, wenn die Unternehmensverantwortlichen sich jetzt als gute Krisenmanager beweisen und die Nerven behalten. Wir hoffen mit Ihnen, dass es Ihnen mit Ihrer Belegschaft gelingt, am Ball zu bleiben, dass Sie Ihre Kunden weiter bedienen können, damit Lieferketten aufrechterhalten bleiben. Nutzen Sie das Instrument der Kurzarbeit, um Ihre Mitarbeiter zu halten, und zeigen Sie sich vielleicht auch kulanter als sonst gerade gegenüber kleinen Geschäftspartnern. Auch setzen wir auf die Einsicht gewerblicher Vermieter, momentane Lasten durch etwaige temporäre Mietnachlässe zu reduzieren.

Wir bleiben an Ihrer Seite, beraten und unterstützen Sie mit allen uns zur Verfügung stehenden Mitteln.

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