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Heilbronn-Franken

Die Zunahme der Arbeitslosigkeit flacht ab

Bundesagentur für Arbeit

02. Juli 2020
Die Zunahme der Arbeitslosigkeit flacht ab. Foto:©Goodluz / depositphotos.com

Heilbronn: Im Juni 2020 waren in Baden-Württemberg 276.492 Menschen arbeitslos gemeldet. Gegenüber den letzten stark von der Pandemie geprägten Monaten schwächt sich der Anstieg der Arbeitslosigkeit im Juni ab. So gab es im Juni 2020 2,3 Prozent mehr Arbeitslose als im Vormonat, im Mai und April fiel der monatliche Anstieg mit 8 bzw. 17 Prozent noch deutlich höher aus. Der Vorjahresvergleich verdeutlicht das Ausmaß der Krise. Gegenüber Juni 2019 stieg die Arbeitslosigkeit um 45,5 Prozent. Die Arbeitslosenquote erhöhte sich entsprechend von 3 Prozent im Juni 2019 aus aktuell 4,4 Prozent.
Die Corona-Pandemie und die damit verbundenen starken Einschränkungen der Wirtschaftstätigkeit haben Auswirkungen auf die betriebliche Arbeitskräftenachfrage. Arbeitgeber melden wieder offene Stellen, allerdings sehr verhalten. Im Juni wurden mit 14.845 neuen Stellen halb so viele Stellen zu Besetzung den Agenturen gemeldet wie im Vorjahr. Aktuell sind in Baden-Württemberg rund 66.100 offene Stellen gemeldet. Mehr als Vier Fünftel dieser Stellen liegen auf Fachkraftniveau und höher.
Berufsanfängerinnen und -anfängern eine Chance geben
Besonders stark von der Krise ist der Personenkreis der Jugendlichen betroffen. Im Juni 2020 waren 27.456 Jugendliche arbeitslos gemeldet, das sind 75 Prozent mehr als im Vorjahr.
„Jetzt ist die Zeit, in der viele Auszubildende ihre Berufsausbildung bzw. Studierende ihr Studium beenden und auf ihre erste Anstellung hoffen. Gerade mit Blick auf die Fachkräftesicherung ist es wichtig, dass die Übernahme im Betrieb oder der Betriebswechsel klappt. Zwischen Ausbildungsende und Berufseinstieg sollte keine bzw. nur eine sehr kurze Phase der Arbeitslosigkeit liegen“, erklärt Martina Musati, Geschäftsführerin Operativ der Regionaldirektion Baden-Württemberg der Bundesagentur für Arbeit. „Ich bitte deshalb, gerade auch Berufseinsteigerinnen und -einsteigern eine Chance zu geben, Berufserfahrung zu erwerben. Nur so können die jungen Menschen zu den Fachexperten von morgen werden, die wir am Wirtschaftsstandort Baden-Württemberg so dringend brauchen.“

Sie fährt fort: „Wir stehen vor der doppelten Herausforderung, Krise und technologischen Wandel zu bewältigen. Anforderungen an Qualifikationen und Kompetenzen werden sich verschieben. Deshalb kann ich nur appellieren, Zeiten der Arbeitslosigkeit auch für berufliche Aus- und Weiterbildung zu nutzen.“
Unter folgendem Link können sich Interessierte über Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten informieren. Bei allen Maßnahmen werden die geltenden Schutz- und Hygienevorschriften eingehalten.

Entwicklung nach Rechtskreisen
Von den 276.492 Arbeitslosen werden 150.195 (53,3 Prozent) in den Agenturen für Arbeit betreut, 126.297 (45,7 Prozent) in den Jobcentern.

Entwicklung der Kurzarbeit in Baden-Württemberg
Seit März 2020 haben 119.635 Betriebe im Land Kurzarbeit angezeigt. Im Vorjahreszeitraum wurden 587 Anzeigen gestellt.
Die Zahl der Beschäftigten, für welche die baden-württembergischen Betriebe seit März 2020 Kurzarbeit angezeigt haben, beläuft sich auf 2.003.185.
Vergleicht man die Juni-Statistik mit den Vormonaten, zeigt sich ein deutlicher Rückgang bei der neuangezeigten Kurzarbeit: Waren es im April über 1,3 Millionen, ging die Zahl im Mai auf knapp 200.000 angezeigte Personen zurück. Für Juni beläuft sich deren Zahl auf 56.454.
Bei der Bewertung ist wichtig, dass die Zahlen der Anzeige einen maximal möglichen Kurzarbeitsrahmen abbilden, jedoch noch nichts über die tatsächliche Inanspruchnahme von Kurzarbeit aussagen. Dazu sind Aussagen erst möglich, sobald die Arbeitgeber die Anträge auf Abrechnungen vorgelegt haben und diese bearbeitet sind.
Erste Hochrechnungen für diese tatsächlich realisierte Kurzarbeit auf Landesebene für den Monat März 2020 zeigen, dass 43.563 Betriebe bzw. 308.756 Beschäftigte Kurzarbeit in Anspruch genommen haben. Im Vergleich dazu waren es im Februar 1.254 Betriebe und 35.909 Beschäftigte. Voraussichtlich im Herbst 2020 werden die ersten validen Statistikdaten vorliegen.
Den Unternehmen steht eine kostenlose Kurzarbeit App der Bundesagentur für Arbeit zur Verfügung. Die App erleichtert die Anzeige und die Antragsstellung von KUG: Unterlagen können per Smartphone eingescannt, hochgeladen und per E-Mail direkt an die zuständige Stelle geschickt werden.

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