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Hochrhein-Bodensee

Corona-Pandemie trifft die regionale Wirtschaft hart

IHK Hochrhein-Bodensee

03. Juli 2020
Corona-Pandemie trifft die regionale Wirtschaft hart. Foto:©DenisDenisenko / depositphotos.com

Konstanz: Die Corona-Pandemie und ihre Folgen schlagen sich deutlich in der aktuellen Geschäftslage und den Erwartungen der Unternehmen am Hochrhein und Bodensee nieder. Der von der IHK Hochrhein-Bodensee (IHK) errechnete Index für das Konjunkturklima in der Region ist durch die Corona-Auswirkungen erdrutschartig von 130 auf 84 Punkte abgesackt. „Der Absturz der Konjunkturindexzahlen ähnelt in Verlauf und Fallhöhe bis dato der Finanzmarktkrise“, so Dr. Alexander Graf, der die Konjunkturumfrage bei der Kammer durchführt. „Allerdings sind durch Corona wesentlich mehr Branchen von den negativen Folgen betroffen.
Je länger die Pandemie anhält, desto mühsamer wird es für die Unternehmen werden, aus diesem Tief herauszukommen.“ Das meistgenannte Risiko für die wirtschaftliche Entwicklung der Unternehmen in den kommenden Monaten ist die Corona-Pandemie und dadurch bedingt die Entwicklung der Inlands- und Auslandsnachfrage.

Geschäftslage meist schlecht
Die Einschätzung der aktuellen Geschäftslage durch die Unternehmen ist im Vergleich zum Jahreswechsel schlechter ausgefallen. Der „Lage-Indikator“ hat gegenüber dem Jahreswechsel fast die Hälfte seines Niveaus eingebüßt und befindet sich mit 77 Punkten (Jahreswechsel: 146 Punkte) auf einem ähnlich tiefen Stand wie zu Zeiten der Finanzmarktkrise 2009. So beurteilen 21 Prozent der teilnehmenden Betriebe ihre momentane Geschäftslage als gut, 44 Prozent dagegen als schlecht, während 35 Prozent noch zufrieden sind. Identisch sieht es bei der Ertragslage der Unternehmen aus.

Auslastungsgrad der Industrie bricht ein
Hatte sich bereits seit vergangenem Herbst eine Abkühlung im Bereich der produzierenden Unternehmen abgezeichnet, so bewirkt der Ausbruch der Pandemie nun einen Einbruch sämtlicher Konjunkturindikatoren in der Industrie.
Die Umsätze sind im Vergleich zum Vorjahresquartal bei 75 Prozent der Betriebe gesunken. Der Indexwert für die Geschäftslage der Industrieunternehmen in der Region Hochrhein-Bodensee ist von 132 Punkten zu Beginn des Jahres auf aktuell 77 Punkte abgesackt. Der Anteil der Unternehmen, die die Geschäftslage mit „gut“ bezeichnen, hat sich seit Jahresbeginn von 46 auf 25 Prozent reduziert. Gleichzeitig nimmt die Zahl der Unternehmen, die von einer schlechten Geschäftslage sprechen, von 14 auf aktuell 48 Prozent zu. Dies geht einher mit der Beurteilung der Ertragslage: 47 Prozent bezeichnen diese als schlecht.
Ein Ausdruck der aktuellen Situation ist der Auslastungsgrad der Kapazitäten in der Industrie. Dieser befindet sich mit rund 68 Prozent auf dem tiefsten Punkt seit über 20 Jahren und weit von seinem langjährigen Mittel, von rund 86 Prozent, entfernt.
Dass die Talsohle damit erreicht ist, ist zu hoffen. Momentan berichten allerdings noch immer mehr Produktionsbetriebe von einer fallenden Tendenz im Auftragseingang (44 Prozent) als von einer ansteigenden Tendenz (24 Prozent).

Dienstleistungsbereich und Handel mit spürbar negativen Auswirkungen
Wenig verwunderlich zeigen sich die Auswirkungen des Shutdowns und der Grenzschließungen in Folge der Pandemie auch bei den Betrieben in Handel und Dienstleistungsbereich. Konnten beim Umsatz zu Jahresbeginn noch 45 Prozent der Dienstleistungsbetriebe eine Steigerung gegenüber dem gleichen Vorjahresquartal verzeichnen, so sind dies aktuell nur noch zwölf Prozent, während bei 75 Prozent die Umsätze gefallen sind. Der überwiegende Teil der Dienstleister (48 Prozent) ist mit seiner Lage noch zufrieden, wobei die Zahl derer, die die Lage als schlecht bezeichnen, von einem Prozent zu Jahresbeginn auf nun 34 Prozent hochgeschnellt ist. Eine steigende Tendenz beim derzeitigen Auftragsvolumen sehen rund ein Viertel der Betriebe, während 44 Prozent ein fallendes Volumen verzeichnen.
Unter den Händlern berichten 52 Prozent von einer schlechten Geschäftslage. Zu Jahresbeginn waren dies nur acht Prozent gewesen. Umsatzausfälle haben 75 Prozent der regionalen Handelsunternehmen im Vergleich zum Vorjahresquartal zu verzeichnen. Dementsprechend fällt bei mehr als jedem Zweiten (57 Prozent) die aktuelle Bewertung der Ertragslage schlecht aus. Und auch das Kaufverhalten der Kunden bezeichnen 84 Prozent der Händler momentan weder als kauffreudig noch saisonüblich, sondern als zurückhaltend.

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