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Mittlerer Oberrhein

EU-Kommission fördert auch Forschung

Karlsruher Institut für Technologie

28. Juli 2020
EU-Kommission fördert auch Forschung. Foto:©Rangizzz / depositphotos.com

Karlsruhe: Das Karlsruher Institut für Technologie ist Konsortialführer des Projekts „EPICUR-Research“, das ab sofort Forschungsaktivitäten und die Interaktion mit der Gesellschaft in die „Europäische Universität“ EPICUR (European Partnership for Innovative Campus Unifying Regions) integriert und damit die Aufgaben des Verbunds vervollständigt. Die EU-Kommission fördert das Projekt des internationalen Konsortiums in den nächsten drei Jahren mit zwei Millionen Euro. Forschungspartner des KIT sind die Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, die Universitäten Poznań, Amsterdam, Thessaloniki, Haute-Alsace und die Universität für Bodenkultur Wien sowie die Universität Straßburg.
„EPICUR verkörpert die Zukunftsvision einer interdisziplinären, diversen und nachhaltigen europäischen Universitätsallianz, die sich komplexen Herausforderungen stellt und langfristig die Zusammenarbeit auf europäischer Ebene stärken möchte“, sagt Professor Thomas Hirth, Vizepräsident des KIT für Innovation und Internationales. „Ich freue mich, dass wir mit EPICUR-Research das Wissensviereck Lehre – Innovation – Forschung – Interaktion mit der Gesellschaft vervollständigen können.“


Mit „EPICUR-Research“ sollen neuartige Forschungsverbünde initiiert und umgesetzt werden. Die Europäische Kommission erhofft sich hierdurch auch Impulse für die zukünftige Ausschreibung im ab 2021 geltenden Forschungsrahmenprogramm „Horizon Europe“, dessen Finanzierung derzeit von den Staats- und Regierungschefs der Europäischen Union, dem Europäischen Parlament und der Europäischen Kommission unter der Leitung der Deutschen Ratspräsidentschaft verhandelt wird.


Bereits im Herbst 2019 starteten die acht EPICUR-Partner aus sechs Ländern in einem ERASMUS+-Projekt mit dem Aufbau einer neuen Art von Europäischer Universität: Lehren und Lernen in einem Verbund bestehender Universitäten, virtuelle Mobilität der Studierenden und Lehrenden, innovative didaktische Ansätze und die Vernetzung der Regionen waren die Ausgangspunkte des Verbundes, mit dem ein interuniversitärer Hochschulcampus geschaffen werden soll.

Hinzu kam der Aufbau des Studiengangs „Liberal Arts and Sciences“ als interdisziplinäre inhaltliche Ergänzung des bestehenden Fächerkanons.

Erweiterung zum Wissensviereck

„Mit dem jetzt genehmigten Forschungsbudget haben wir erstmals die Möglichkeit, die Aufgaben einer klassischen Universität – Forschung, Lehre und Innovation – nun auch in der Europäischen Universität EPICUR abzubilden und zu bearbeiten“, sagt Michael Zacherle, Projektleiter am KIT. Dr. Günter Schmidt-Gess, an der Universität Freiburg für das Projekt verantwortlich, ergänzt: „Unsere interdisziplinäre Arbeit in EPICUR gewinnt hierdurch an Intensität und inhaltlicher Tiefe und natürlich auch an Dynamik“. Sie sind davon überzeugt, dass gerade auch das Einbeziehen der Zivilgesellschaft neue Impulse für die Arbeit der Kolleginnen und Kollegen setzen wird. „Wir initiieren und fördern den beiderseitigen Austausch mit unterschiedlichen Vertreterinnen und Vertretern der Gesellschaft. Ziel ist es nicht nur, diese über die Ergebnisse unserer Forschung zu informieren, sondern schon im Vorfeld die Bedarfe, aber auch die Befürchtungen der Menschen in den Regionen abzufragen“, erläutern Zacherle und Schmidt-Gess. Damit werde das bereits etablierte Wissensdreieck zu einem Wissensviereck erweitert. Dieser partizipative Ansatz sorge dafür, dass die Forscherinnen und Forscher die Bedürfnisse von Zivilgesellschaft, Unternehmen, Behörden, Verbänden oder NGOs bereits vorab aufnehmen und in ihr Forschungsdesign einbeziehen.

Zum Spektrum der neuen Aktivitäten zählen die Entwicklung einer neuen Agenda für Forschung und Innovation für die Europäische Universität, die Gründung einer EPICommunity, in der Forschende in frühen Karrierephasen unter anderem die Möglichkeit erhalten, sich interuniversitär (digital) zu vernetzen, Mobilitätsprogramme in Anspruch zu nehmen und Forschungsprojekte über eine Datenbank zu präsentieren. Zudem werden EPICluster eingeführt: als neues Format der Zusammenarbeit nicht nur zwischen Forschenden, sondern auch mit anderen gesellschaftlichen Sektoren. Weitere Aktivitäten sind der Austausch von Forschungsinfrastrukturen sowie die inhaltliche und strukturelle Zusammenarbeit mit anderen Europäischen Universitäten. Zusammen mit Blended-Learning-Konzepten, also der Verschmelzung von Präsenz- mit Onlineformaten, und der Förderung des Studienganges „Liberal Arts and Sciences“, der sich an künftige Löserinnen und Löser gesellschaftlich relevanter Fragen richtet, entsteht ein Leitbild, das die Aufgaben einer klassischen Universität weiterentwickelt und in einen gesamtgesellschaftlichen Rahmen stellt.

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