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Stuttgart

Coronawelle verliert an Dynamik

Agentur für Arbeit

30. Juli 2020
Coronawelle verliert an Dynamik. Foto:©GaudiLab / depositphotos.com

Heilbronn: Trends aus dem Vormonat setzten sich fort: schwächere Zunahme der Arbeitslosigkeit und besondere Betroffenheit bei jungen Erwachsenen.
Im Juli 2020 waren in Baden-Württemberg 280.700 Menschen arbeitslos gemeldet. Dies sind 1,5 Prozent mehr als im Juni 2020. Die Zunahme an Arbeitslosen fällt im Monatsvergleich jedoch zum zweiten Mal in Folge weniger stark aus als noch im Mai und April 2020. Dort hatte der Zuwachs noch bei 8 beziehungsweise 17 Prozent gelegen.
„Die Lage am Arbeitsmarkt stabilisiert sich auf hohen Niveau. Gleichzeitig zeigt sich der Arbeitsmarkt im Land in diesem Monat wieder etwas dynamischer als im vergangenen Quartal,“ beschreibt Christian Rauch, Vorsitzender der Geschäftsführung der Regionaldirektion Baden-Württemberg der Bundesagentur für Arbeit.
Die leicht zunehmende Aufnahmefähigkeit des Marktes ist auch auf der Stellenseite beobachtbar: so gingen im Juli 2020 17.620 neue Stellen bei den Arbeitgeber-Services der Arbeitsagenturen; rund 19 Prozent mehr als im Juni 2020. Allerdings liegt die Zahl mit einem Rückgang von fast 28 Prozent deutlich unter dem Vorjahresniveau.
Die Zahl der arbeitslosen jungen Erwachsenen stieg auch in diesem Monat weiter an. Mehr als 28.500 Personen zwischen 15 und 25 Jahren waren im Juli arbeitslos. Das waren über 1.000 mehr als im Juni 2020. Und 10.000 mehr als im Juli 2019, was einer Wachstumsrate von über 56 Prozent entspricht. Im Juni 2020 lag die Wachstumsrate noch bei 75 Prozent.
Christian Rauch wird in diesem Zusammenhang nicht müde zu betonen, wie wichtig die Fachkräftesicherung auch zu Coronazeiten ist: „Das Thema Fachkräftebedarf wird uns auch in den kommenden Jahren begleiten. Geben wir den heutigen Ausbildungs- und Studienabsolventen keine Chance, verlieren wir ein großes Potenzial an Fachkräften, die wir nach Ende des pandemiebedingten konjunkturellen Einbruches wieder benötigen werden. Auch in Kurzarbeit können Betriebe ihre Auszubildenden nach erfolgreichem Abschluss übernehmen. Dem steht rechtlich nichts im Weg“. Rauch fährt fort: „Wer In nächster Zeit aus kurzfristig nachvollziehbaren Gründen nicht ausbildet,

braucht sich nicht zu wundern, wenn in drei bis fünf Jahren dem baden-württembergischen Arbeitsmarkt noch weniger Fachkräfte zur Verfügung stehen“.

Entwicklung der Kurzarbeit in Baden-Württemberg
Seit März 2020 haben 121.825 Betriebe im Land Kurzarbeit angezeigt. Im Vorjahreszeitraum wurden 804 Anzeigen gestellt. Die Zahl der Beschäftigten, für welche die baden-württembergischen Betriebe seit März 2020 Kurzarbeit angezeigt haben, beläuft sich auf 2.045.835.
Mehr als 42% der Betriebe in Baden-Württemberg haben damit Kurzarbeit angezeigt, rund ¼ der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten ist grundsätzlich davon betroffen.
In den letzten beiden Monaten sind deutlich weniger Anzeigen hinzugekommen: Waren es im April über 1,3 Millionen und im Mai noch knapp 200.000, ging die Zahl im Juni auf 64.572 angezeigte Personen zurück. Für Juli waren es 34.532.
Bei der Bewertung ist wichtig, dass die Zahlen der Anzeige einen maximal möglichen Kurzarbeitsrahmen abbilden, jedoch noch nichts über die tatsächliche Inanspruchnahme von Kurzarbeit aussagen. Dazu sind Aussagen erst möglich, sobald die Arbeitgeber die Anträge auf Abrechnungen vorgelegt haben und diese bearbeitet sind.
Erste Hochrechnungen für diese tatsächlich realisierte Kurzarbeit auf Landesebene für den Monat April 2020 zeigen, dass 81.939 Betriebe bzw. 870.884 Beschäftigte Kurzarbeit in Anspruch genommen haben. Im Vergleich dazu waren es im Februar 1.255 Betriebe und 35.291 Beschäftigte. Voraussichtlich im Herbst 2020 werden die ersten validen Statistikdaten vorliegen.

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