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Stuttgart

Gesundheitsminister Manne Lucha: „Die Grippesaison steht vor der Tür – jetzt ist der richtige Impfzeitpunkt“

Regierungspräsidium Stuttgart

01. Oktober 2020
Die Grippesaison steht vor der Tür – jetzt ist der richtige Impfzeitpunk. Foto:©halfpoint /depositphotos.com

Stuttgart: Neben COVID-19 stellt unverändert die echte Virusgrippe (Influenza) eine ernsthafte Atemwegserkrankung dar. Anders als bei der SARS-CoV-2-Infektion lassen sich Infektionen mit Influenzaviren jedoch durch eine Impfung vermeiden. Vor allem Menschen, für die die Ständige Impfkommission (STIKO) eine Influenzaimpfung empfohlen hat, sollten jetzt einen Impftermin mit ihrem Arzt vereinbaren. Das sind vor allem Menschen über 60 Jahre und chronisch Erkrankte.
„Diese Personen haben ein erhöhtes Risiko für schwerwiegende Krankheitsverläufe, oftmals verbunden mit einer stationären Krankenhausbehandlung. Gerade während der COVID-19-Pandemie ist eine hohe Influenza-Impfquote bei Risikogruppen wichtig, um schwere Verläufe oder gar Ko-Infektionen mit SARS-CoV-2 zu verhindern und Engpässe in Krankenhäusern bei Intensivbetten oder Beatmungsplätzen zu vermeiden“, erklärte Gesundheitsminister Manne Lucha. „Die Grippesaison steht vor der Tür, jetzt ist der richtige Zeitpunkt für eine Impfung. Hohe Influenza-Durchimpfungsraten bei medizinischem Personal und Pflegekräften tragen auch zum Schutz von Patienten und Bewohnern von Altenpflegeheimen bei“, so Lucha weiter.

„Eine echte Virusgrippe (Influenza) ist keine einfache Erkältungskrankheit, sondern eine ernstzunehmende Erkrankung, vor der die Grippeimpfung Schutz bietet“, sagte der Stuttgarter Regierungspräsident Wolfgang Reimer, in dessen Behörde das Landesgesundheitsamt (LGA) Baden-Württemberg angesiedelt ist. „Um einer Ansteckung vorzubeugen, ist regelmäßiges und gründliches Händewaschen wichtig – was nicht erst seit der Corona-Pandemie allen bekannt sein dürfte“, so Reimer. Außerdem sollte man die Hände aus dem Gesicht fernhalten, weil sonst Keime der Schleimhäute verschleppt werden können. „Ob Influenza oder Corona: Niesen oder Husten sollte man immer in die Ellenbeuge anstatt in die Handfläche“, erklärte Reimer.

Beginn der sogenannten „Grippe-Saison“ ist in der KW 40 (Oktober). Üblicherweise hat sie ihren Höhepunkt im Februar/März. „Einen Anstieg der Influenza-Erkrankungen erwarten wir nach dem Jahreswechsel, wie dies üblicherweise der Fall ist“, erklärte die Leiterin des Landesgesundheitsamts (LGA) Baden-Württemberg, Dr. Karlin Stark. Nach der Impfung dauert es etwa zehn bis 14 Tage, bis der Impfschutz vollständig aufgebaut ist. „Um rechtzeitig geschützt zu sein, empfehlen wir deshalb, sich im Herbst impfen zu lassen. Wichtig ist die Impfung vorranging für Personen über 60 Jahre, chronisch Kranke und medizinisches Personal“, sagte Dr. Stark. Die Impfung sei eine Schutzmaßnahme, die sowohl die Erkrankungs- als auch die Sterblichkeitsrate in allen Altersgruppen reduziere, so Dr. Stark. Grippeschutzimpfungen sind ab dem vollendeten fünften Lebensmonat sinnvoll. Vorbeugend impfen sollten sich vor allem diejenigen, die beruflich und privat mit vielen anderen Menschen in Berührung kommen. Die Kosten für die Impfung werden in Baden-Württemberg für alle Altersgruppen von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen.

Wem empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) eine Influenzaimpfung?

• Personen, die älter als 60 Jahre sind
• Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen mit erhöhter gesundheitlicher Gefährdung durch ein Grundleiden wie zum Beispiel: chronische
Krankheiten der Atmungsorgane (zum Beispiel bei Asthma), Herz- oder Kreislauferkrankungen, Leber- oder Nierenkrankheiten,
Diabetes oder andere Stoffwechselkrankheiten, chronische neurologische Krankheiten wie multiple Sklerose, angeborene oder später
erworbene Störungen des Immunsystems, HIV-Infektion
• gesunden Schwangere ab dem zweiten Schwangerschaftsdrittel (2. Trimenon), bei zusätzlichen Gesundheitsrisiken unabhängig vom
Schwangerschaftsstadium
• Bewohnerinnen und Bewohnern von Alten- oder Pflegeheimen


Außerdem wird die Impfung empfohlen für:

• Personen mit stark erhöhtem Risiko sich anzustecken (beispielsweise Personal in Einrichtungen mit viel Publikumsverkehr oder
Beschäftigte im medizinischen Bereich mit Patientenkontakt, Bewohner von Gemeinschaftsunterkünften)
• Personen (zum Beispiel Angehörige, Pflegende), die im selben Haushalt lebende oder von ihnen betreute Risikopersonen gefährden
können. Als Risikopersonen gelten hierbei Personen mit Grundkrankheiten, bei denen es Hinweise auf eine deutlich reduzierte
Wirksamkeit der Grippeimpfung gibt, wie Personen mit dialysepflichtiger Nierenerkrankung oder Personen mit angeborener oder
erworbener Immunschwäche.

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