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5G für den Mittelstand

Hochschule Reutlingen

09. Oktober 2020
Sowohl Demostationen lokaler Unternehmen als auch von wissenschaftlichen Einrichtungen aus Reutlingen, Mannheim und Stuttgart zeigen den aktuellen Forschungsstand. © Fraunhofer IPA/Foto: Fred Nemitz

Reutlingen: Erstes 5G-Standalone-Netz an der Hochschule Reutlingen steht kurz vor der Fertigstellung.
Welche Möglichkeiten bietet der neue Mobilfunkstandard 5G kleinen und mittleren Unternehmen (KMU)? Im Rahmen des Projekts 5G4KMU, das durch das Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau Baden-Württemberg gefördert wird, bauen Forschende derzeit an fünf Testumgebungen im Bundesland die ersten 5G-Standalone-Netze auf, um diese Frage zu beantworten. Einer der Standorte ist das Werk150 der Fakultät ESB Business School an der Hochschule Reutlingen. Die Standorte des 5G-Transferzentrums in Stuttgart, Karlsruhe, Mannheim, Reutlingen und Freudenstadt nehmen in Kürze den Betrieb auf. Zuvor hat sich Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut über die Anwendungsmöglichkeiten informiert.
Der neue Mobilfunkstandard 5G berücksichtigt erstmals nicht nur den Telefonkunden, sondern auch die Bedürfnisse der Industrie in Produktion und Logistik. Er ermöglicht die bedarfsgerechte Vernetzung mit hoher Bandbreite, niedriger Latenz und der Möglichkeit, eine hohe Anzahl von Endgeräten zu verbinden. Im Vergleich zu bisherigen Mobilfunkstandards bietet 5G einen einfacheren Aufbau privater Campusnetze und damit eine störungsfreie und besonders sichere Datenübertragung im eigenen Netzwerk. Diese Technologie erreicht ihre volle Funktionalität erst mit 5G-Standalone-Netzen, die bisher nur in den Laboren der Mobilfunkausrüster existieren. Ab Dezember stehen diese Netze nun erstmals auch Unternehmen zur Verfügung. Kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) erhalten bei einer Zusammenarbeit mit dem Transferzentrum 5G4KMU Zugang zu 5G-Netzen sowie fachliche Unterstützung bei der Umsetzung und Erforschung ihrer konkreten Anwendungsfälle. Die frühzeitige Entwicklung und Optimierung von Anwendungsfällen, innovativen Lösungen und Geschäftsmodellen stellt die künftige Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen sicher.

Symbolischer Start in die nächste Projektphase

„Der neue Kommunikationsstandard 5G ist die Grundlage für eine umfassende Digitalisierung von Wirtschaft und Industrie. Wir müssen die Chancen der 5G-Technologie nutzen, damit unsere Unternehmen in Baden-Württemberg auch im zukünftigen Wettbewerb mithalten können,“ sagt Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut. „Der regional verteilte Ansatz des Transferzentrums minimiert örtliche Einschränkungen und ermöglicht es den Betrieben, mit einer lokalen Testumgebung zusammenzuarbeiten.“ Symbolisch hat die Ministerin die nächste Projektphase eingeläutet und sich zusammen mit Medien- und Unternehmensvertretern zeigen lassen, was mit 5G künftig alles in Industrie, Logistik oder Medizintechnik möglich sein wird. Das Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau Baden-Württemberg fördert das Transferzentrum 5G4KMU mit rund 5,9 Millionen Euro, überwiegend aus Mitteln der Landesstrategie digital@bw.

5G-Testumgebungen mit verschiedenen Schwerpunkten

Am Transferzentrum 5G4KMU wirken neben der Hochschule Reutlingen auch das Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA in Stuttgart und die zugehörige Projektgruppe für Automatisierung in der Medizin und Biotechnologie PAMB in Mannheim mit. Außerdem beteiligen sich das Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO, das Centrum für Digitalisierung, Führung und Nachhaltigkeit Schwarzwald in Freudenstadt (Campus Schwarzwald) und das wbk Institut für Produktionstechnik des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT).
Abhängig von ihren Kernkompetenzen setzen die 5G-Testumgebungen jeweils andere Schwerpunkte. Am Reutlinger Zentrum Industrie 4.0 stehen Logistik, Sicherheitsanwendungen in der Mensch-Roboter-Kollaboration und die Informationsbereitstellung in Unternehmen im Fokus. „5G als drahtlose Übertragungstechnologie mit hoher Bandbreite und Verfügbarkeit ist für mobile Anwendungen in der Logistik geradezu prädestiniert,“ so Prof. Daniel Palm, Projektleiter des 5G4KMU-Projekts der ESB Business School. „Wir realisieren gerade unterschiedliche Demonstratoren im Werk150, unserer Fabrik auf dem Campus der Hochschule Reutlingen. Sie zeigen auf, wie 5G eine Zusammenarbeit des arbeitenden Menschen mit fahrerlosen Transportsystemen oder kollaborativen Robotern sicherer und effizienter macht.“

Bewerbung um Quick Checks noch bis 30. November möglich

Unternehmen mit bis zu 2.500 Mitarbeitern können sich mit Projektideen beim Transferzentrum 5G4KMU bewerben. Die beteiligten Wissenschaftler prüfen diese im Rahmen eines sogenannten Quick Checks auf ihre Machbarkeit. Anschließend kann die Zusammenarbeit in einem sogenannten Exploring Project weitergeführt werden. Gemeinsam mit den Unternehmen wird ein Konzept entworfen, prototypisch implementiert und im 5G-Netz einer der fünf Testumgebungen erprobt. Die Aufwände der Forschungseinrichtungen für Quick Checks und Exploring Projects werden aus den Mitteln des Transferzentrums 5G4KMU finanziert. Teilnehmenden Unternehmen entstehen somit keine Fremdkosten. Die Bewerbung um Quick Checks ist in der aktuellen Bewerbungsrunde noch bis zum 30. November möglich. Details zur Bewerbung sowie die entsprechenden Bewerbungsformulare sind auf der Projektwebsite zu finden: https://5g4kmu.de/working-together.

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