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Bodensee-Oberschwaben

Regionale Konjunktur: nach Corona-Schock erste Lichtblicke

IHK Bodensee-Oberschwaben

16. Oktober 2020
Regionale Konjunktur: nach Corona-Schock erste Lichtblicke. Foto:©ezthaiphoto / depositphotos.com

Weingarten: Die Industrie- und Handelskammer Bodensee-Oberschwaben veröffentlicht ihren Konjunkturbericht zur regionalen Wirtschaft im Herbst 2020: Die Corona-Pandemie hinterlässt weiter tiefe Spuren. Doch die Unternehmen kämpfen sich allmählich wieder nach oben und eine Erholung bei den Auftragseingängen beschert erste Lichtblicke.
„Der Konjunktureinbruch durch die Corona-Pandemie war heftig und hat viele Unternehmen in eine tiefe Krise gestürzt, deren Auswirkungen wir anhaltend schmerzhaft spüren. Die Ergebnisse der aktuellen IHK-Konjunkturumfrage machen jedoch Mut, zumindest scheinen wir den Tiefpunkt überschritten zu haben“, zieht Martin Buck, Präsident der Industrie- und Handelskammer Bodensee-Oberschwaben (IHK), erste positive Schlüsse aus der aktuellen Umfrage. Diese zeigt, dass die Unternehmensumsätze der vergangenen Monate zwar auf geringem Niveau verharren, aber nicht weiter gefallen sind. Die Ertragslage habe sich deshalb etwas entspannt. Und auch die allgemeine Geschäftslagebeurteilung scheint sich zu erholen: Drei Viertel der Unternehmen in der Region beurteilen ihre Geschäftslage als gut oder befriedigend, das sind deutlich mehr als bei der vergangenen Konjunkturumfrage (plus 10 Prozentpunkte). Nur noch jedes vierte Unternehmen befindet sich laut Umfrage in einer schlechten Geschäftslage – deutlich weniger als bei der Umfrage im Frühsommer (minus 10 Prozentpunkte).
Die Unternehmen sehen also nach IHK-Bericht zuversichtlicher in die Zukunft: Jedes vierte Unternehmen glaubt, dass sich sein Geschäftsverlauf in den nächsten Monaten verbessern wird. Annähernd die Hälfte meint, das aktuelle Niveau bleibe bestehen und 27 Prozent rechnen mit einer weiteren Verschlechterung ihrer Geschäfte. Ein Lichtblick ist der sich belebende Auftragseingang, denn immerhin bei jedem vierten Unternehmen gehen wieder vermehrt Aufträge ein. Drei von zehn Unternehmen leiden noch unter Auftragsrückgängen, das sind deutlich weniger als bei der Vorumfrage. Insbesondere in der Industrie erholt sich der Auftragseingang, erreicht aber noch lange nicht den Vorkrisenstand.
„Es gibt erste vorsichtige Anzeichen einer Besserung, aber sicher mischen sich hier auch viel Hoffnung und Zweckoptimismus bei. Eine schnelle Erholung jedenfalls sehe ich nicht, insbesondere angesichts der ansteigenden Corona-Zahlen weltweit, die für weitere Schwierigkeiten bei Geschäftsreisen, Lieferketten und dem Export sorgen. Für die Erholung der Wirtschaft ist die Rückkehr zu einem voll funktionierenden EU-Binnenmarkt zentral – und das wird wohl noch dauern“, zeigt sich Präsident Buck zurückhaltend. Laut IHK ruhen aktuell die Exporthoffnungen der Industrie schwerpunktmäßig auf dem Erstarken des asiatischen Marktes. Denn der für die regionale Industrie so wichtige europäische Markt bleibt in der Einschätzung der exportierenden Unternehmen ebenso zurück wie Nordamerika.
Dass die Unternehmen noch nicht auf ein Ende der Krise setzen, zeigt sich auch deutlich an den zurückhaltenden Investitions- und Beschäftigungsplänen: Nur jedes achte Unternehmen plant höhere Investitionen, vier von zehn ändern nichts am Investitionsniveau, fast die Hälfte plant weniger oder gar keine Investitionen. Auch für einen Auftrieb am Arbeitsmarkt reicht der vage Optimismus nicht. Mit weiterem Personalabbau ist zu rechnen, denn knapp ein Drittel der Unternehmen geht davon aus, dass sich der Personalbestand reduzieren wird, 13 Prozent suchen neue Mitarbeiter, immerhin mehr als die Hälfte will am Personalbestand nichts ändern.
Die Risikoeinschätzung der Unternehmen bleibt krisengeprägt: Nach der Corona-Pandemie sind Hauptrisiken sowohl die Entwicklung der Inlands- als auch der Auslandsnachfrage. Den Fachkräftemangel schätzen schon wieder mehr als ein Drittel der Unternehmen als Risiko ein. „Trotz Kurzarbeit und Krise wird uns der Fachkräftemangel wieder einholen. Dann werden Instrumente wie das neue Fachkräfteeinwanderungsgesetz, das den geregelten Zuzug von Fachkräften aus dem nicht-europäischen Ausland regelt, wieder stärker in den allgemeinen Fokus rücken“, stellt Buck abschließend fest.

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