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Umfassende Tarifreform macht ÖPNV-Angebot im Ländlichen Raum des Ortenaukreises attraktiver

Landratsamt Ortenaukreis

04. November 2020
Karte Tarifgebiet. Foto: © Landratsamt Ortenaukreis

Offenburg: „Mit der weitreichendsten Tarifneugestaltung in der Geschichte der Tarifverbund Ortenau GmbH (TGO) gewinnt der Öffentliche Personennahverkehr im Ländlichen Raum des Ortenaukreises deutlich an Attraktivität“, zeigte sich Landrat Frank Scherer in der gestrigen Kreistagssitzung, die coronabedingt in der Brumatthalle in Ohlsbach stattfand, überzeugt. Einstimmig votierten die Kreistagsmitglieder für die von Scherer initiierte Neustrukturierung des ÖPNV-Angebots im Ortenaukreis und für deren Finanzierung.
Ziel der ab August 2021 gültigen neuen TGO-Tarife ist es, den Individualverkehr deutlich zu verringern, öffentliche Verkehrsmittel zu stärken und damit die umweltfreundliche Mobilität im Kreis weiter voranzubringen. Sowohl Pendler und Schüler als auch der Freizeit- und Tourismusverkehr sollen zum Wechseln bewegt werden: mit übersichtlichen sechs statt bisher 50 Tarifzonen sowie preislich überzeugenden Einzelfahrscheinen, Schülermonatstickets und Monatskarten. Der TGO-Beirat, die Nahverkehrskommission des Kreises sowie der Ausschuss für Umwelt und Technik hatten sich bereits zum erarbeiteten Konzept grundsätzlich positiv geäußert bzw. einstimmig zugestimmt.

„Wer die Verkehrswende hin zu weniger motorisiertem Individualverkehr und mehr öffentlichem Nahverkehr wirklich will, der darf im Ländlichen Raum nicht kleckern, sondern muss gerade hier klotzen. Deswegen erhöhen wir auch unsere Aufwendungen für den ÖPNV gegenüber dem letzten Doppelhaushalt um 17,6 Millionen auf 55,6 Millionen Euro, das bedeutet eine Steigerung um 46 Prozent! So können wir das Angebot wesentlich ausbauen und gleichzeitig mit einer großen Tarifreform den Nahverkehr preislich deutlich attraktiver machen“, so der Landrat, der deutlich machte, dass es einer Kombination von Maßnahmen bedürfe, um Autofahrer zum Umstieg auf die öffentlichen Verkehrsmittel zu bewegen. Daher habe der Ortenaukreis in den letzten Jahren unter anderem bestehende Liniengebote erweitert und neue Buslinien eingerichtet, auch grenzüberschreitende, wie die neue öffentliche Buslinie Lahr-Erstein, den Freizeitbus zur Hornisgrinde oder die Verbesserung des Angebots auf der bestehende Linie R2 von Offenburg über Schutterwald bis zum Europäischen Forum am Rhein. Dank einer gemeinsamen Finanzierung mit den Kommunen konnten auch Verbesserungen auf den Achsen Nordrach-Zell, Rheinau-Kehl, Achern-Oberkirch oder Herbolzheim-Rust realisiert werden. Ergänzt werde dies durch die Förderung von Rufautos oder Anrufsammeltaxis der Kommunen. Auch in Zukunft werde man Projekte dieser Art weiter voranbringen. Zudem sei eine Mobilitäts-App geplant, die sämtliche kreisweiten ÖPNV-Angebote und -Services bündelt.

„Neben attraktiven Angeboten ist natürlich vor allem auch eine übersichtliche Tarifgestaltung ausschlaggebend für die Nutzung des ÖPNV-Angebots“, so der Landrat weiter. Nachdem auf seinen Vorschlag hin bereits 2017 die TGO-Preise in einem ersten Schritt von sieben auf drei Preisstufen vereinfacht wurden, wird die große Tarifreform nun weitere Verbesserungen mit sich bringen. Einer ihrer Eckpfeiler ist die Reduzierung der bisherigen Tarifsystematik von 50 auf nur noch sechs Tarifzonen, die nach räumlichem Bezug – Lahr, Kinzigtal, Offenburg, Renchtal, Achern, Kehl – gegliedert sind. Dabei soll Offenburg aufgrund seiner Funktion als Oberzentrum von jedem Ort im Landkreis aus mit maximal zwei Preisstufen erreicht werden können. Auch der Bahnhalt Appenweier, dem aufgrund seiner überregionalen Bedeutung für den Pendler-und Reiseverkehr ein Sonderstatus zukommt, soll zonenneutral werden.

Als „Herzstück der Reform“ bezeichnete Scherer die Einführung eines Schülermonatstickets im Abonnement für 30 Euro, das Gültigkeit für das gesamte Netz der TGO haben wird und auch über den Schülerverkehr hinaus genutzt werden darf. „Schüler fahren damit für nur einen Euro pro Tag im gesamten TGO-Gebiet, das ist ein Meilenstein“, so der Landrat. Gleichzeitig könne auch der Verwaltungsaufwand für Kommunen, Schulsekretariate und Verkehrsunternehmen entfallen, da die bisherige Abrechnungssystematik nicht mehr erforderlich sei.

Einen weiteren Anreiz verspreche die Reduzierung der Einzelfahrscheine auf 2,50 Euro bei gleichzeitiger Gebietsausdehnung. Ebenso werden die Preise für die Zeitkarten gesenkt.

Nicht zuletzt seien auch die vergünstigten Monatskarten ab 52 Euro und das Jobticket, das sich zwischen 35 und 55 Euro bewegt, echte Anreize zum Umsteigen. Da gerade viele Betriebe in der Ortenau ihren Mitarbeitern einen Zuschuss zum Jobticket von bis zu 25 Euro monatlich gewähren und die Nutzer auch noch einen Freizeitnutzen am Wochenende haben, sei das Jobticket äußerst attraktiv.
Darüber hinaus ermöglicht die vom Kreis finanzierte Tarifsenkung auch die von den Großen Kreisstädten Offenburg, Lahr und Kehl geplanten „Einer-Tickets“.

Die entsprechenden Mittel für die Reform von jährlich 4,6 Millionen Euro stellt der Kreis im Doppelhaushalt 2021/2022 bereit. Die neue Tarifkonzeption soll zudem durch Förderprogramme des Landes, Mehreinnahmen durch Fahrgastzuwächse und einen Zuschuss des Landkreises finanziert werden.

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